Reservistenverband: „Afghanistan-Einsatz wird fordernder und vielleicht auch gefährlicher!“ – Verband fordert für Afghanistan-Truppen mehr funktionsfähige Hubschrauber und für Reservisten bessere finanzielle Absicherung
Bonn – „Wir fordern von der Bundesregierung, die deutschen Soldaten in Afghanistan so mit modernen gepanzerten Fahrzeugen und vor allem mit ausreichend funktionsfähigen Hubschraubern auszustatten, damit sie Tag und Nacht einsatzfähig sind und auch in Notsituationen überall im Land Rettungs- und Evakuierungsoperationen leisten können“, sagt der Präsident des Reservistenverbandes, Gerd Höfer. Er begrüße die Unterstützung der USA mit 70 weiteren Hubschraubern für das Regionalkommando Nord – also für das Einsatzgebiet der Bundeswehr. Höfer wünsche sich außerdem, dass Reservisten von ihren Arbeitgebern mehr Anerkennung erführen. „Dazu gehört auch, dass sie für mehrere Monate freigestellt werden, ohne arbeitsrechtliche Nachteile fürchten zu müssen. Gegebenenfalls müsse der Gesetzgeber künftig für attraktive finanzielle Vertretungslösungen sorgen, zum Beispiel durch Übernahme der Kosten für Stellensuche und Einarbeitung eines befristeten Vertreters.“ Darüber hinaus müssten Reservisten im Falle einer Invalidität oder bei Tod versorgungsrechtlich mit Berufssoldaten gleichgestellt werden, „denn es handelt sich bei unseren Reservisten meist um gestandene Familienväter, die auch beruflich über ein hohes Maß an Qualifikationen verfügen. Dies würde auch die Bereitschaft der Reservisten erhöhen, sich noch stärker in den Einsätzen einzubringen und damit die aktive Truppe zu entlasten“, sagt Roderich Kiesewetter (MdB). Der CDU-Abgeordnete Kiesewetter ist seit vergangenem Samstag der Stellvertreter des Präsidenten.
Zurzeit sind fast 300 Reservisten im ISAF-Auslandseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan eingesetzt. Seite an Seite mit ihren hauptberuflichen Kameraden der Bundeswehr sind sie am Hindukusch engagiert. Die Reservisten werden überwiegend in der Verwaltung, im Feldpostbetrieb, im Sanitätsdienst und der CIMIC (Zivil-Militärische Zusammenarbeit) eingesetzt. Die Reservisten bringen dabei ihre zivilen Qualifikationen zum Aufbau Afghanistans ein.
Die Bundesrepublik Deutschland will nun das derzeitige Einsatzkontingent von 4.410 Frauen und Männern – erlaubt sind bereits bis zu 4.500 – auf bis zu 5.350 aufstocken. Das wird nicht ohne Reservisten gehen, zumal die zusätzlichen Kräfte verstärkt den Wiederaufbau sowie die Ausbildung von Militär übernehmen sollen. Ziel der Politik ist, dass die deutschen Soldaten künftig wieder mehr Präsenz in der Fläche zeigen müssen. „Damit wird der Einsatz noch fordernder und vielleicht auch gefährlicher“, so Höfer. Bundesminister Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg habe den Reservistenverband während der 50-Jahr-Feier am zurückliegenden Wochenende dazu aufgefordert, sich mit Erfahrung und Kompetenz in die sicherheitspolitische Diskussion einzubringen.
Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e. V. (VdRBw) – so der volle Name des Reservistenverbandes – wurde am 22. Januar 1960 in Bonn gegründet und hat seitdem seinen Sitz mit Bundesgeschäftsstelle in der Bundesstadt am Rhein. In ganz Deutschland betreuen etwa 100 Geschäftsstellen nicht nur die über 123.000 Mitglieder. Der Verband ist zuständig für alle Reservistinnen und Reservisten der Deutschen Bundeswehr in der sogenannten freiwilligen Reservistenarbeit. Er vereint alle Dienstgrade vom Gefreiten bis zum General sowie die fördernden Mitglieder.
Der VdRBw tritt für die freiheitliche demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland ein und erfüllt einen parlamentarischen Auftrag: Im Mittelpunkt stehen die Mittlerrolle der Reservisten für die Bundeswehr in der Gesellschaft, deren sicherheitspolitische Bewusstseinsbildung und die Erhaltung und Weiterbildung militärischer Fähigkeiten. Der VdRBw erhält jährliche Zuwendungen aus dem Verteidigungsetat des Bundeshaushalts: im Jahr 2009 waren es 13,857 Mio. Euro.
Getragen wird der Reservistenverband von seinen Mitgliedern und ihrem freiwilligen Engagement in den rund 2.600 Reservistenkameradschaften, Kreis- und Bezirksgruppen. Das Präsidium und die 16 Vorsitzenden der Landesgruppen bilden gemeinsam das Erweiterte Präsidium, die Führungsspitze des Verbandes.
ENDE DER MELDUNG
Aktuelle Fotos vom Präsidenten Gerd Höfer und seinem Stellvertreter Roderich Kiesewetter finden Sie zum Download auf unserer Homepage www.reservistenverband.de in der Rubrik Presse/Grafik/Pressefotos zur Präsidentschaftswahl.
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Ihr Ansprechpartner zu dieser Meldung ist:
Detlef Struckhof, Pressereferent: 02 28 – 2 59 09 – 21
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