Zu Guttenberg baut bei Verkürzung des Grundwehrdienstes auf Kompetenz des Reservistenverbandes
Verteidigungsminister gratulierte Reservistenverband im Palais Schaumburg zum 50. Geburtstag und lobte „das Engagement der Reservisten innerhalb der Armee im Einsatz“
Bonn – Am gestrigen Freitag, 22. Januar, feierte der Reservistenverband in Bonn sein 50-jähriges Bestehen. In einem Festakt sprach Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg zu rund 80 Ehrengästen im Palais Schaumburg: „Endlich wird über die Einsätze und Aufgaben der Bundeswehr offen debattiert und diskutiert.“ Hierbei sei der Reservistenverband wichtiges Bindeglied zwischen Bevölkerung und Bundeswehr, denn die Bundeswehr sei aus weiten Teilen Deutschlands verschwunden. Dafür stehe nun der Reservistenverband – wie in den zurückliegenden 50 Jahren – in seiner ganzen Breite zur Verfügung. Bei der anstehenden Verkürzung des Wehrdienstes von neun auf sechs Monate baue er auf die Unterstützung und Kompetenz des Verbandes. Zu Guttenberg lobte auch das Engagement von Reservisten in den Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Der Minister, selbst Stabsunteroffizier der Reserve, sagte: „Die Armee im Einsatz wird von Reservisten begleitet und mitgetragen. Hierauf wird oft viel zu wenig hingewiesen.“
In einer Rückschau zur Gründung des Reservistenverbandes vor 50 Jahren ging Gründungsmitglied Prof. Dr. Hans-Dieter Schwind auf die Bedeutung von Reservisten für die Bundeswehr ein. Der ehemalige Landesjustizminister von Niedersachsen sagte: „Aus dem Heer der Wehrpflichtigen braucht die Bundeswehr vor allem Experten. Deshalb will mir nicht einleuchten, warum zum Beispiel ein ausgebildeter junger Polizeikommissar – Absolvent einer Polizeiakademie – keine Wehrübungen bei den Feldjägern – der Militärpolizei der Bundeswehr – ableisten darf. Dieses Ausschlussmodell ist meines Erachtens nicht mehr zukunftsfähig.“
Zu Guttenberg wies am Rande der Veranstaltung erneut auf die Wichtigkeit der Wehrpflicht für die Bundeswehr hin. Er sagte: „Mein erklärtes Ziel ist die Beibehaltung der Wehrpflicht, Punkt, Ausrufezeichen!“ Denn die Reservisten blieben für die Erfüllung der erweiterten Aufgaben der Bundeswehr unverzichtbar. „Jede Reform erfordert die unbedingte Einbindung der Reservisten.“
Auch der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, Oberst Ulrich Kirsch, sprach sich bei der Veranstaltung erneut für die Beibehaltung der Wehrpflicht aus. „Der Grundwehrdienst W 6 darf kein Einstieg in den Ausstieg werden.“ Die Arbeit der Reservisten in den Einsätzen und zuhause sei sehr bedeutsam, „denn sie übernehmen wichtige Funktionen – dies nicht selten in Mangelverwendungen – die aktive Soldaten entlasten.“
Die gestrige Feier in Bonn war Auftakt einer ganzen Reihe von Veranstaltungen in diesem Jahr. Im Jubiläumsjahr 2010 wird es noch zahlreiche Veranstaltungen, Aktionen und Publikationen unter dem Motto „50 Jahre Reservistenverband – 50 Jahre für Frieden und Freiheit“ geben. So steht am 16. März der traditionelle parlamentarische Abend des Verbandes in Berlin im Zeichen des runden Geburtstages.
Im dritten Quartal präsentiert der Verband sein Buch „50 Jahre VdRBw“, das einen Überblick über zahlreiche Verbandsthemen, Struktur, Geschichte und Entwicklung des Reservistenverbandes gibt. Gleichzeitig wird der Medienpreis „Goldener Igel“ zum achten Mal verliehen.
Der „Tag der Reservisten“ am 25. September soll in vielen Orten Deutschlands über die Arbeit und Aufgaben des Reservistenverbandes informieren, bevor Ende Oktober ein weiterer Festakt und eine Bundesinformationstagung den Abschluss der Jubiläumsfeierlichkeiten bilden.
Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e. V. – so der volle Name des Reservistenverbandes – wurde am 22. Januar 1960 in Bonn gegründet und hat seitdem seinen Sitz mit Bundesgeschäftsstelle in der Bundesstadt am Rhein. In ganz Deutschland betreuen etwa 100 Geschäftsstellen nicht nur die über 123.000 Mitglieder. Der Verband ist zuständig für alle Reservistinnen und Reservisten der Deutschen Bundeswehr in der sogenannten freiwilligen Reservistenarbeit.
Der VdRBw tritt für die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland ein und erfüllt einen parlamentarischen Auftrag: Im Mittelpunkt stehen die Mittlerrolle der Reservisten für die Bundeswehr in der Gesellschaft, deren sicherheitspolitische Bewusstseinsbildung und die Erhaltung und Weiterbildung militärischer Fähigkeiten. Der VdRBw erhält jährliche Zuwendungen aus dem Verteidigungsetat des Bundeshaushalts: im Jahr 2009 waren es 13,857 Mio. Euro.
Getragen wird der Reservistenverband von seinen Mitgliedern und ihrem freiwilligen Engagement in den rund 2.600 Reservistenkameradschaften, Kreis- und Bezirksgruppen. Das Präsidium und die 16 Vorsitzenden der Landesgruppen bilden gemeinsam das Erweiterte Präsidium, die Führungsspitze des Verbandes.
ENDE DER MELDUNG
Fotos von der Veranstaltung können von unserer Homepage www.reservistenverband.de in der Rubrik Presse/Grafiken heruntergeladen werden.
Haben Sie noch Fragen? Wir helfen gerne weiter.
Ihr Ansprechpartner zu dieser Meldung ist:
Detlef Struckhof, Pressereferent: 02 28 – 2 59 09 – 21
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